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Ausgabe 5
Artikel: 'Der bio-vegane Beitrag zur Nachhaltigkeit'

Im Streben nach Nachhaltigkeit kann die bio-vegane Landwirtschaft mit einigen Lösungsansätzen aufwarten – scheinbar einfach und naheliegend. Die Voraussetzung dafür ist allerdings ein prinzipielles Umdenken.

Widmen wir uns zunächst der Frage, warum die derzeitige Landwirtschaft in Österreich nicht nachhaltig ist:

Schadstoffe: Mehr als die Hälfte des heimischen Grundwassers ist bereits mit Nitrat und Pestiziden oberhalb der Schwellenwerte belastet. Durch die Tierhaltung werden in Österreich pro Jahr über 68.000 Tonnen Ammoniak (NH3) freigesetzt – das sind 86% der gesamten österreichischen Ammoniak-Emissionen. NH3 schädigt den Wald, versauert die Böden und "überdüngt" die Gewässer.

Treibhausgase

Die Erzeugung der tierischen Nahrungsmittel verschlingt über 80% der gesamten Energie und verursacht 70% der Treibhausgase aller landwirtschaftlichen Aktivitäten. Neben CO2 setzt Österreichs Viehwirtschaft rund 260.000 Tonnen Methan (CH4) frei, das 56-mal treibhauswirksamer ist als CO2. Die Ammoniakemissionen verstärken die Bildung von Lachgas (N2O) im Boden. N2O ist ca. 300-mal treibhauswirksamer als CO2 und äußerst langlebig.

Vergeudung von Nahrungsmitteln und Energie

In Österreich wurden 1999 2,8 Mio. Tonnen Getreide (ca. 63% der Gesamtmenge) als Viehfutter ver(sch)wendet. Damit nicht genug, importiert Österreich Jahr für Jahr fast 500.000 Tonnen Soja-Futtermittel und über 10.000 Tonnen Fischmehl. Pro Kopf und Tag werden in Österreich 16.000 kcal an Tiere verfüttert, die Fleisch-, Eier- und Milchproduktion bringt jedoch nur 1700 kcal (also etwa 1/9). Der Weltbevölkerung stehen 325 kg Getreide pro Kopf zur Verfügung, aber von den 560 kg/Kopf in Österreich werden 355 kg an Vieh verfüttert. Würden alle derart verschwenderisch handeln, könnten mit der weltweiten Getreidemenge nicht mehr als 3,5 der insgesamt 6 Milliarden Menschen ernährt werden.

Flächenverbrauch

Mit über 700.000 ha wird mehr als die Hälfte des Ackerlandes in Österreich mit Futtermitteln bebaut. Damit aber noch nicht genug: Das kleine Österreich besetzt nur für das importierte Futtersoja weitere 250.000 ha im Ausland, ein großer Teil davon liegt in Brasilien. Gemäß United Nations Development Program hat jeder Erdenbürger unter Berücksichtigung von Öko-Landwirtschaft, Naturschutz und Bevölkerungswachstum eine fruchtbare Ackerfläche von 1250 m2 zur Verfügung. In Österreich gibt es derzeit pro Kopf 1730 m2 Ackerfläche. Und durch die zusätzlichen Flächen im Ausland besetzt ein Österreicher mit 2400 m2 fast das Doppelte der nachhaltig vertretbaren Fläche.

Inlandsverbrauch von Getreide 1998/99
Inlandsverbrauch von Getreide 1998/99

Aus diesen Tatsachen wird klar, dass ein solches System nicht von Dauer sein kann und schon heute schwerste Probleme verursacht. Sie lassen aber auch deutlich die Vorzüge der bio-veganen Landwirtschaft erkennen:

Schadstoffe

NH3-Emissionen gibt es nur in der Tierhaltung und chemisch-synthetische Pestizide sind in der Bio-Landwirtschaft ein Fremdwort.

Treibhausgase

Der Biolandbau reduziert die Treibhausgasemissionen bereits um 60%, der Wegfall der Rinderherden würde hier noch ein kräftiges Schäuferl nachlegen.

Nahrungsmittel und Energie

Getreide und Soja verschwinden nicht mehr in der Tierhaltung, sondern kommen direkt den Menschen zugute. Dadurch vervielfacht sich die Energieeffizienz der Lebensmittelerzeugung.

Fläche

Ohne Tierhaltung werden riesige Flächen frei. Diese können für eine Extensivierung des Anbaus genützt werden – man muss nicht mehr das Letzte aus dem Boden herausquetschen. Daneben können Rohstoffe für Kleidung, Verpackungen, zur Energieerzeugung, etc. angebaut werden. Und ein Teil der Fläche kann der Natur zurückgegeben werden.

Die positive Seite der derzeitigen Lage: Sie bietet ein enormes Verbesserungspotential in Richtung eines nachhaltigen Lebensstiles.

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